Deutsche Meisterschaften 2018

Deutsche Meisterschaft, Bestenermittlung des DSSV und Warnemünder woche – 07.07.2018

Revier: Ostsee vor Rostock, mit dem Veranstalter KSC Warnemünde e.V.
Wind: Windstärke 3-7, Windrichtung West bis Nordwest
Regattafeld: 25 Kutter ZK10, 18 gestartet
Platzierung: 1. Cutty Sark, 2. Teamwork, 3. Zuarin
Crew Cutty Sark: Steuermann Otti, Besan Pille, Groß Christian, Vorsegel Ole und Torsten, Trim und Spinnaker Andi, Vorschiff Manfred

Die zur Warnemünder Woche stattfindenden Deutschen Meisterschaften standen in mehrerlei Hinsicht unter keinem guten Stern. Schon im Vorfeld stand zu befürchten, dass die für eine gültige Deutsche Meisterschaft notwendige Teilnehmerzahl von 25 Booten, wenn überhaupt, dann nur knapp erreicht werden würde. Zudem führte die Wind- und Wellenvorhersage zu der Annahme, dass es mit dem Segeln sowieso schwierig werden würde, zumindest für einzelne, seeschwache Crewmitglieder. Am Ende sollte es für uns ein Erfolg in Anführungszeichen werden.

Nach dem doch überraschenden Erfolg in Peenemünde eine Woche vorher galt es zunächst, logistische Schwierigkeiten zu überwinden und das Boot samt repariertem Trailer am Freitag von Peene- nach Warnemünde zu verholen. So wurde es wieder einmal spät, was auch den langwierigen Meldeprozessen am Raceoffice der Warnemünder Woche und am Kasernentor Hohe Düne geschuldet war. Ein Bierchen zur Einstimmung auf die DM konnte sich am Abend dennoch gegönnt werden.

Leider bestätigten sich die Befürchtungen hinsichtlich der Wind- und Wellenvorhersagen am Samstagmorgen, sodass nach einer Verschiebung der Segeltag in Gänze abgesagt und die Regatta auf Sonntag verschoben werden musste. 5-7 Windstärken und eine Welle von 1,4m waren einfach zu viel, aber es sollte Sonntag besser werden. Trotzdem stand schon fest, dass von den 25 gemeldeten Booten wohl nicht die 23 Nötigen starten würden, warum auch immer. So stimmten wir uns darauf ein, offiziell nicht mehr Deutscher Meister werden zu können. Dennoch wollten wir am Sonntag ein gutes Ergebnis liefern. Der Nachmittag verging im Kreise der Crew und mit Fußball in gemütlicher Runde.

Am Sonntag ging es dann um 09:00 Uhr auf die Regattabahn vor der Küste Dänemarks, welche wir nach einstündigem Segeln erreichten. Bei 3-4 Windstärken und immer noch beachtlicher Welle legten wir auf dem Up and Down Kurs einen guten Start hin. Als vierter an der Bahnmarke 1 konnten wir uns durch gute Spimanöver und tiefes Abreiten der Welle an Position 1 am Leegate schieben knapp vor Zuarin, Resi und Teamwork. Auf der letzten Kreuz jedoch fuhren wir vermutlich etwas zu tief und so mussten wir Resi noch einmal passieren lassen, die Ihren Vorsprung mit einem Fotofinish auf dem letzten Vorwindgang ins Ziel verteidigten. Die zweite Wettfahrt beendeten wir auf Platz vier in einem gut gemischten Feld, nachdem der Start völlig verkorkst war. Glücklicherweise konnten wir uns schnell auf der rechten Bahnseite freisegeln. In der dritten Wettfahrt drehte der Wind leicht links, was wir am Start nutzen konnten, um einen ungefährdeten Start-Ziel-Sieg einzufahren, mit dem wir in der Gesamtwertung nun deutlich vorne lagen. Ähnlich gut sah es in der vierten und letzten Wettfahrt aus. Nur wollte uns Nautilus nicht passieren lassen und verteidigte sich gegen uns auf der linken Bahnseite hartnäckig, so dass wir auf dem letzten Schlag zur Bahnmarke bei deutlich abflauenden Wind mehr und mehr unter die Layline fielen. Die Wende an Tonne 1 kam zu spät und wir standen nun in der Welle bei gefühlt keinem Wind. So wurden wir  durch heranfahrende Boote zu weiteren Wenden gezwungen und fielen von 2 auf 13 zurück. Bitter, aber in der Position hätten wir viel früher taktisch segeln müssen. Auf der letzten Kreuz und Spigang konnten wir uns noch auf acht vorsegeln durch wiederholt tiefes segeln mit offenen Segeln auch auf der Kreuz, da der Wind nun schon deutlich abgenommen hatte und die Welle zu hoch war für unser Boot zum hart gegenan fahren. Der achte Platz in diesem Lauf sollte also unser Streicher werden. Insgesamt reichten die Topplatzierungen aus den vorherigen Wettfahrten aber zum verdienten Sieg, da unsere Gegner heute einfach nicht konstant genug waren. Die Freude darüber hielt sich aber aufgrund der administrativen und bei Einzelnen auch körperlichen Situation etwas in Grenzen. Superpeppig war die Stimmung nicht.

Bei der Siegerehrung wurden uns, vielleicht wegen der für einige noch unklaren Situation, trotzdem die Medaillen und der Pokal für den Deutschen Meister übergeben. Wir schossen Fotos und freuten uns auch. Letztendlich wird aber das Präsidium des DSSV entscheiden und uns wohl zum „Sieger der Bestenermittlung 2018“ erklären. Es ist vielleicht ein etwas veralteter Paragraph, denn dass viele nicht kamen oder starten wollten, bei durchaus gut segelbaren Bedingungen, kann man nicht ändern. Der Großteil der besten Boote war zumindest am Start gewesen.

So wird uns diese Regatta in seltsamer Erinnerung bleiben. Betrachtet man nüchtern unsere seglerische Leistung, so war diese sicherlich meisterlich und Grund für große Freude. Betrachtet man nüchtern die Regularien des DSSV, so sind die Entscheidungen ohne Frage hinzunehmen und kein Grund für Ärger. Betrachtet man die Sache aber emotional, so bleibt ein Fünkchen Bitterkeit. Vor allem weil dieser Sieg mit dieser unglaublichen Crew am Ende einen viel größeren emotionalen Ausbruch verdient gehabt hätte.

But never mind, K317 will be back!

 

 

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